FANTIC FM 400 MOTOR

Überholung und Wiederaufbau

Nachdem ich den Motor mit seinem Wasserschaden zerlegt hatte sah er ziemlich schrottig aus, deshalb hier der Bericht zum wieder schön machen.

FANTIC MOTOR FM-400 A WASSERGEKÜHLT

Mit Beginn meiner Fantic Strada Restauration, habe ich mich irgendwann auch des Motors angenommen.
Von außen sah er eigentlich, bis auf eine Menge Dreck noch sehr schön aus, allerdings änderte sich das als ich den Zylinder abzog.

Zum Vorschein kam ein Kolben mit Fresser und eine Kurbelwelle die wohl die letzten 15Jahre unter Wasser verbracht hatte.
Die restlichen Motorinnereien war dagegen noch sehr gut in Schuß und insbesondere das Getriebe
zeigte kaum Verschleißerscheinungen.

Das allergrößte Problem, was ich aber erst feststellte als ich die Kurbelwelle in der Hand hielt, bestand darin das auf der Zündungsseite der Kurbelwelle im original ein M25 Schulterlager verbaut ist.
Problem deshalb,weil diese Lager heute in Europa nicht mehr hergestellt werden und auf ein Fernostlager mit zweifelhafter Qualität wollte ich nicht zurückgreifen.

Glücklicherweise entdeckte ich, dass es ein Rollenlager mit genau den gleichen Abmessungen von SKF gibt, was iich dann auch gleich für 35Euronen besorgt hab.

Gut zu erkennen sind die verrostete Ritzelwelle sowie die versiffte Kurbelwelle

Am Ende der Zerlegung hatte ich dann endlich die Gehäusehälften vor mir liegen.
Als nächstes wurden die Lagerstellen mit dem Heißluftfön erwärmt und die Lager mit dem Abzieher vorsichtig aus ihren Sitzen gezogen.

Beim näheren Untersuchen der Gehäusehälften viel mir auf, das das Gehäuse von dem Wasserschaden der auch die Kurbelwelle ruiniert hatte leider im Bereich der Überströmer sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist.


Für mich steht deshalb fest das ich das original Gehäuse nicht mehr verwenden werde.

Zwischendrin hab ich dann noch schnell nen neuen Kolben in Italien besorgt und den Zylinder neu beschichten lassen.
An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an die Aprilia Garage für den Service. 

Der Zylinder sieht aus wie neu.

 

Das Gehäuse dagegen hat von dem Wasserschaden leider auch einige Beschädigungen davongetragen.

Sogar die Lagerschale vom Schulterlager hat Krater!

 

Mit der linken Seite könnte ich noch Leben, die ist eigentlich noch gut.
Die rechte und besonders im Bereich des Überströmfensters ist mir allerdings schon zu schlecht.

Evtl. kann man da mit aufschweißen noch was retten, mal schaun.

 

Da mir zwischenzeitlich noch ein anderer Motor für das Moped zugelaufen war und ich eh eine neue Kurbelwelle sowie Gehäuse brauchte, habe ich den Zweitmotor kurzerhand auch noch zerlegt.

Demontage der Schwungscheibe

Das Getriebe mit noch brauchbarer Kurbelwelle

Das schöne an diesem Motor ist, dass alle Bauteile an der linken Gehäusehälfte hängen und man eigentlich die rechte am Ende nur aufsetzen muss und fertig.
Kein lästiges Gefummel weil irgendwo in der anderen Gehäusehälfte etwas nicht passt.

Demontage der Ölpumpenwelle

Jetzt kann das Getriebe ausgebaut werden.

Nach dem entfernen des Sicherungsringes kann auch die Kickstarterachse nach links rausgezogen werden.

Wie man hier schon sieht ein genial einfaches Montagekonzept, am Schluss bleiben lediglich die beiden Getriebewellen übrig.

 

Als nächstes habe ich die Kurbelwelle zum Pleuelwechsel eingeschickt und die beiden Gehäusehälften sowie die beiden Deckel und Kleinteile gereinigt und dann gestrahlt.
Dabei musste ich leider feststellen das das Gehäuse das ich eigentlich verwenden wollte einen Ausbruch auf der Zündungsseite hatte.
Glücklicherweise hatte ich noch einen Gefallen bei einem Kollegen aus dem Offroadforum offen, der mir die Gehäusehälfte daraufhin lasergeschweißt hat.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Nach dem Schweißen habe ich die Gehäuseteile dann gestrahlt und mit neuen Lagern versehen.

Im obigen Foto sind bereits die neuen Lager montiert. Als nächstes musste der Motor wieder schwarz werden, so wie er original mal war.

Das heißt zuerst mal alle Stellen die nicht gelackt werden sollen abkleben, eine scheiß Arbeit.

Natürlich habe ich die Gehäusehälften auch gleich gelackt, das Ergebnis sieht dann so aus:

Alle Einzelteile fertig lackiert.

Danach mussten noch einige kleine Lackpickel entfernt werden die unter das Klebeband gelaufen waren.
Im Anschluß konnte ich mit dem Wiederzusammenbau des Motors beginnen.

Zuerst musste das Getriebe wieder in die linke Gehäusehälfte eingesetzt werden, dazu erwärmte ich das Gehäuse mit einer Lötlampe.
Die beiden Getriebewellen ließen sich danach einwandfrei, ohne die geringsten Probleme, einsetzen.

Danach mussten die Schaltwalze samt Gabeln wieder eingesetzt werden, was sich dank der Montage ausschließlich auf der linken Gehäusehälfte, sehr leicht gestaltet.

Als nächstes hätte eigentlich die Kurbelwelle eingebaut werden sollen, was jedoch wegen des immer noch nicht gewechselten Pleuels leider nicht ging.
Also habe ich erst mal auf der anderen Seite der linken Gehäusehälfte weiter gemacht.

Haltebleche für die Kugellager montiert

Ölpumpenwelle montiert

Schaltautomat montiert


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